Aluminiumproduzenten mit Rekordergebnis

Steigerung von 1’200 Tonnen im Jahr 2005

Zürich, 15. Mai 2006

Aufgrund einer weltwirtschaftlich belebten Nachfrage und einer wachsenden Exportentwicklung verzeichnet die schweizerische Aluminiumindustrie für das Jahr 2005 zufriedenstellende Ergebnisse. Auch wenn die einzelnen Märkte unterschiedliche Resultate zeigen und das Baugewerbe sich weiterhin in einer unbefriedigenden Ertragslage befindet, so ist die Stimmung bei den Aluminiumunternehmen in der Schweiz positiv und die weitere Entwicklung im laufenden Geschäftsjahr lässt gute Perspektiven erwarten.

An der Jahrespressekonferenz im Hotel Widder in Zürich informierte der Aluminium-Verband Schweiz die Medien über die Lage der einzelnen Branchenbereiche der Aluminium-Industrie. „Die Schweizerischen Halbzeugwerke wie Press-, Walz-, und Schmiedewerke sowie die Butzenhersteller erreichten in der Gesamtablieferung ein absolutes Rekordergebnis. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Aluminium-Produktion um 1'200 Tonnen auf 193'200 Tonnen gesteigert werden, was für uns natürlich Anlass zur Freude ist“, erklärte Markus Tavernier, Präsident alu.ch, den geladenen Journalisten. “Auch die Giessereien stehen als Zulieferer hoch im Kurs und die Leichtmetallgussproduktion in der Schweiz lag mit 17'785 Tonnen leicht über dem Vorjahreswert.“

Die Auslastung der Anodisierkapazitäten verbesserte sich mit der konjunkturellen Erholung im Laufe des vergangenen Jahres. Bei einer mittleren Anlagenauslastung gab es jedoch teilweise hohe Auslastungsschwankungen, auf die sich viele Betriebe mit flexiblen Arbeitszeitmodellen eingestellt haben und so die Bedürfnisse des Marktes weitgehend erfüllen. Auch wenn Grossaufträge im Baubereich nach wie vor unter starkem Preisdruck litten, war die Ertragssituation zufriedenstellend bis gut. Aufgrund der positiven Prognosen im Export und die sich leicht erholende Binnenwirtschaft, sind die Aussichten für die Anodisierbetriebe ebenfalls positiv, die Branche wird dabei von der Neigung zu metallisch und technisch wirkenden Oberflächen zusätzlich profitieren. Eine Umsatzsteigerung von 5% wird für 2006 erwartet.

Im Rückblick auf das Jahr 2005 lässt sich für das Transportwesen feststellen, dass der Trend zum Einsatz innovativer Leichtbaukonstruktionen aus Aluminium speziell im Automobilbau anhält. Obwohl die Automobilproduktion in Europa ansteigt, zeigte der Aluminiumblechabsatz im Vorjahr eine leichte Stagnation. Die Einbussen durch auslaufende- bzw. unter Planzahlen produzierter Modelle konnten durch neu angelaufene Modelle mit Aluminium-Karosserieblechen nicht kompensiert werden.

„Die Nachfrage nach Aluminium im Bereich Flugzeugbau hat um 15 Prozent zugenommen“, so Verbands-Geschäftsführer Marcel Menet. „Auch wenn manche Fluggesellschaft sich noch im Restrukturierungsprozess befindet, so wurde bei den Flugzeugsbestellungen mit 2000 Bestellungen von Flugzeugen mit über 100 Sitzen ein Rekord erreicht - Airbus und Boeing sind bis zum Jahr 2008 ausgelastet.“

Im Anwendungsgebiet Mass-Transport hat das Vorjahr besser aufgehört als es anfing. Kurzfristige Budgetkürzungen der öffentlichen Hand, massiv steigende Energiepreise und Unsicherheiten über die allgemeine Wirtschaftsentwicklung sorgten für eine schlechtere Auslastung bei den Schienen- und Nutzfahrzeug-Herstellern. Ein tiefes Niveau verzeichnete die Zulassung von schweren Nutzfahrzeugen. Die Absatzmenge in diesem Anwendungssegment ging trotz stark steigendem Marktanteil zurück. Aufgrund der im 1. Semester dieses Jahres erteilten grösseren Aufträgen haben die meisten grösseren Produzenten von Schienenfahrzeugen für die kommenden 12 Monate ein gut gefülltes Auftragsbuch. Auch im Nutzfahrzeugbereich darf in diesem Jahr mit einer Fortführung des Wachstum gerechnet werden.

Im Bauwesen verursachte die Zurückhaltung der Investoren sowie die tiefen Temperaturen einen sehr verhaltenen Start ins Jahr 2005 für die Aluminiumbranche. Dies änderte sich im Laufe des Jahres und die meisten Fassaden- und Metallbauer erfuhren einen sehr guten Auslastungsgrad. Einzig die unbefriedigende Ertragslage im Baugewerbe trübte die positive Grundstimmung.
Einen deutlichen Aufschwung gab es in den Bereichen Maschinenbau und Elektrotechnik, dem dann in der zweiten Jahreshälfte auch der Sektor Transport gefolgt ist.

Bei den Aluminiumverpackungsherstellern wurde der Absatz der Produkte erheblich durch den gestiegenen Metallpreis erschwert, der im Jahr 2005 kontinuierlich anstieg und im Dezember mit 2'200$ den Höchststand seit 15 Jahren erreichte. Eine kurzfristige Korrektur der Metallpreise lässt auf Erholung der Nachfrage hoffen.

Als einen der wichtigsten Recyclingwerkstoffe bezeichnete Markus Tavernier Aluminium: „Dank seiner Eigenschaft, beliebig oft und ohne Qualitätseinbussen wiederverwertet werden zu können, wird Aluminium im Sinne der Nachhaltigkeit immer wieder in den Stoffkreislauf zurückkommen. Die Recyclingquoten liegen bei den Anwendungen im Transport- und Bauwesen, in der Elektroindustrie und im Maschinenbau bei über 80 Prozent. Bei den Verpackungen steht in der Schweiz die Alugetränkedose an der Spitze. Rund 9 von 10 Dosen gehen ins Recycling.“

Der Ausblick auf die nähere Zukunft der Schweizer Aluminium-Industrie kann für die kommenden 3 Semester entsprechend dem breit abgestützten Wachstum in der Schweiz als positiv eingestuft werden – es wird mit einer leichten Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte gerechnet, die durch das grosse Wachstum im Aussenhandel und der allmählichen Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen ausgelöst wird.

Den Aluminium-Verband Schweiz charakterisierte Marcel Menet als einen Verband, der durch seine Kernkompetenzen Öffentlichkeitsarbeit, Lobbying und Weiterbildung den Werkstoff Aluminium fördert – alu.ch verzeichnet bei seinen Verbandsmitgliedern eine Mitarbeiter-zahl von rund 12 000 Mitarbeitenden, die jährlich einen Umsatz von 3 Milliarden Schweizer Franken erwirtschaften.